Starkregen
Starkregen
Das Klimaanpassungskonzept für Starkregenereignisse des Berufsbildungswerks der Heinrich-Haus gGmbH, Stiftstraße 1 in Heimbach-Weis, zielt darauf ab, die Resilienz der Gebäude gegenüber zunehmenden Starkregenereignissen zu erhöhen. Das Berufsbildungswerk ist durch Gewässer wie den Heimbach gefährdet, die bei Starkregen zu Überschwemmungen führen können. Das Konzept umfasst bauliche Maßnahmen wie die Umlegung, Verlängerung und Renaturierung des Heimbaches auf dem Grundstück, die Erweiterung der Entwässerungskapazitäten und die Schaffung von Notabflusswegen. Zudem werden Flächenmaßnahmen wie die Entsiegelung von Flächen und die Integration von grün-blauer Infrastruktur vorgeschlagen. Organisatorische Maßnahmen wie die Schulung von Mitarbeitenden und die Entwicklung eines Notfallplans können das Konzept im Nachgang ergänzen. Ein kontinuierliches Monitoring und die regelmäßige Evaluierung der Maßnahmen sind zu empfehlen, um die Anpassung an zukünftige Starkregenereignisse sicherzustellen.

Klimaanpassungskonzept für Starkregenereignisse für das Berufsbildungswerk der Heinrich-Haus gGmbH, Stiftstraße 1 in Heimbach-Weis
1. Einleitung und Hintergrund
Im Kontext des globalen Klimawandels nehmen extreme Wetterereignisse wie Starkregen und urbane Sturzfluten weltweit zu. Dies stellt nicht nur eine Gefahr für private Haushalte und Infrastrukturen dar, sondern betrifft auch öffentliche und institutionelle Gebäude, wie das Berufsbildungswerk der Heinrich-Haus gGmbH (BBW) in Heimbach-Weis, gelegen an der Stiftstraße 1. In den letzten Jahren kam es auch in dieser Region immer wieder zu lokal begrenzten Starkregenereignissen, die zu Überschwemmungen führten und infrastrukturelle Schäden verursachten. Das Klimaanpassungskonzept für Starkregenereignisse zielt darauf ab, den BBW durch präventive Maßnahmen und adaptive Infrastruktur widerstandsfähiger gegenüber diesen extremen Wettereignissen zu machen.
Das vorliegende Konzept basiert auf den Prinzipien des Risikomanagements und berücksichtigt neben den technischen Maßnahmen auch die organisatorischen und sozialen Aspekte der Prävention. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu identifizieren, die die Auswirkungen von Starkregenereignissen auf das BBW minimieren, die Widerstandsfähigkeit des Gebäudes stärken und gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten.

2. Geographische und meteorologische Lage des BBW
Das Berufsbildungswerk befindet sich im Stadtteil Heimbach-Weis der Stadt Neuwied in Rheinland-Pfalz. Das Gebiet weist eine Besonderheit auf, da es durch die Fließgewässer Heimbach und Weiser Bach geprägt ist, welche teilweise verrohrt und zu einem wesentlichen Teil offen verlaufen. Diese Gewässer stellen bei Starkregen eine potenzielle Gefährdung dar, insbesondere durch Abflusskonzentrationen und die Bildung von Fließwegen, die in die dicht besiedelten Gebiete verlaufen. Das südwestliche Stadtgebiet von Heimbach-Weis ist zudem durch einige leichte bis mäßige Hanglagen geprägt, die das Risiko für Abflusskonzentrationen weiter erhöhen.

3. Starkregengefahren und Risikobewertung
Die Stadt Neuwied hat im Rahmen ihres Starkregenvorsorgekonzepts eine detaillierte Gefährdungsanalyse durchgeführt, die die potenziellen Starkregenrisiken in den einzelnen Stadtteilen bewertet. Für Heimbach-Weis, insbesondere das Gebiet um die Stiftstraße 1, wurde eine hohe Gefährdung durch Sturzfluten nach Starkregenereignissen festgestellt. Besonders problematisch sind die Abflusskonzentrationen aus den Außengebieten, die in Tieflagen auf landwirtschaftlichen Flächen entlang der Stiftstraße laufen und dort die Bebauung gefährden.
Die Starkregenhinweiskarten des Landes Rheinland-Pfalz belegen, dass gerade in diesen Tieflagen durch unzureichende Abflussmöglichkeiten bei starken Regenfällen Wassermengen konzentriert abfließen können, was zu Überschwemmungen und Schäden an Gebäuden und Infrastruktur führen kann. Die Rommersdorfer Straße sowie der Bereich des Berufsbildungswerks sind besonders gefährdet, da sie in tieferen Lagen liegen und ungenügend entwässerte Bereiche aufweisen. Dies führt zu einem erhöhten Risiko für Hochwasser und Überflutungen während intensiver Regenereignisse.

4.1 Bauliche Maßnahmen
Die baulichen Maßnahmen konzentrieren sich auf die Verbesserung der Entwässerungssysteme und den Schutz vor Abflusskonzentrationen:
Umlegung, Verlängerung und Renaturierung des Heimbaches: Eine wesentliche Maßnahme zur Minderung des Starkregenrisikos im Bereich des BBW ist die Renaturierung und Optimierung des Heimbaches. Durch die Wiederherstellung naturnaher Gewässerstrukturen können die Abflussraten bei Starkregenereignissen verringert und die Gewässerdurchlässigkeit verbessert werden.
Erweiterung der Entwässerungskapazitäten: Zur effektiven Ableitung von Regenwasser werden zusätzliche Erdkanäle und Rückhaltebecken in den betroffenen Gebieten geplant. Die bestehenden Einlaufbauwerke müssen regelmäßig gewartet und ggf. mit leistungsfähigeren Abflusssystemen ergänzt werden.
Errichtung von Notabflusswegen: In besonders gefährdeten Bereichen wie der Stiftstraße sollten Notabflusswege geschaffen werden, um das Wasser schnell und kontrolliert abzuleiten und die Gefahr von Überschwemmungen zu minimieren.
4.2 Anpassungen der Bauweise
Zusätzlich zu den technischen Maßnahmen müssen auch die Bauweisen des BBW an die zunehmende Starkregenintensität angepasst werden:
Starkregenangepasstes Bauen: Bei zukünftigen Sanierungen und Neubauten sollte die Entwässerungstechnik des Gebäudes an die Klimawandelprognosen angepasst werden. Beispielsweise können Gründächer oder Retentionsflächen auf dem Dach installiert werden, um das Regenwasser temporär zu speichern und langsam abzugeben.
Wasserdichte Gebäudehüllen: Die Gebäudehüllen des BBW müssen hinsichtlich ihrer Wasserdichte überprüft und ggf. verstärkt werden, insbesondere an Stellen, die durch Starkregen besonders belastet sind.
4.3 Organisatorische Maßnahmen
Neben baulichen Maßnahmen sind auch organisatorische Ansätze wichtig:
Schulung und Sensibilisierung: Um die private Vorsorge zu stärken, ist es sinnvoll, die Mitarbeitenden und Anwohner regelmäßig über die Risiken von Starkregen und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu informieren. Dies kann durch Workshops und Informationsveranstaltungen erfolgen.
Notfallplanung: Eine detaillierte Notfall- und Evakuierungsplanung für Starkregenereignisse sollte entwickelt werden, um schnell und effizient auf Überschwemmungen reagieren zu können.

5. Empfehlung der Implementierung und Monitoring
Die Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Berufsbildungswerk, der Stadt Neuwied, den lokalen Wasserwirtschaftsbehörden und den betroffenen Anwohnern. Es sollten regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen der Maßnahmen erfolgen, um auf Veränderungen der Wetterbedingungen und der Infrastruktur reagieren zu können. Ein kontinuierliches Monitoring der Entwässerungssysteme und der lokalen Wasserstände wird empfohlen, um frühzeitig auf potenzielle Gefährdungen reagieren zu können.

6. Schlussfolgerung
Das Klimaanpassungskonzept für das Berufsbildungswerk der Heinrich-Haus gGmbH in Heimbach-Weis zielt darauf ab, die Risiken von Starkregenereignissen durch gezielte bauliche, organisatorische und technologische Maßnahmen zu minimieren. Die enge Kooperation der betroffenen Akteure sowie die kontinuierliche Anpassung und Überprüfung der Schutzmaßnahmen sind essenziell, um das BBW für zukünftige extreme Wetterereignisse resilienter zu machen.
Björnsen Beratende Ingenieure GmbH. (2023). Örtliches Starkregenvorsorgekonzept für die Stadt Neuwied
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM). (2020). Leitfaden für die Aufstellung eines örtlichen Hochwasser- und Starkregen-Vorsorgekonzepts
Starkregenhinweiskarten des Landes Rheinland-Pfalz (2023).
Stadt Neuwied, Ortsbegehung Heimbach-Weis (2021).