1. Einleitung
Die Folgen des globalen Klimawandels manifestieren sich zunehmend in Deutschland – und damit auch in der Stadt Neuwied. Kommunen bereiten sich deshalb verstärkt darauf vor, klimatische Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Anpassungsmaßnahmen zu planen und umzusetzen. Diese Anpassungsprozesse stehen im Einklang mit der Deutschen Anpassungsstrategie und zielen auf die Erhöhung der kommunalen Resilienz gegen Hitzewellen, Starkregen, Trockenperioden und andere Extremereignisse.
2. Klimaklimatologie am Standort Neuwied / Heimbach-Weis
2.1 Allgemeines Klima
Für den Raum Neuwied – einschließlich des Stadtteils Heimbach-Weis und damit für das Grundstück Stiftstraße 1 – liegen klimatologische Durchschnittswerte vor:
Mittlere Jahres-Temperatur ca. 10,1 °C und ganzjähriger Niederschlag etwa 830 mm.
Durchschnittliche Maximum-Temperaturen liegen in den Sommermonaten bei rund 20 – 22 °C, während in den Wintermonaten tagsüber Werte um 3 °C und nachts ca. –1 °C typisch sind.
Diese Werte sind klimatologische Mittelwerte, nicht Extremereignisse – diese sind im Folgenden dargestellt.
3. Extremereignisse am Standort
3.1 Höchsttemperaturen und Hitzeperioden
Auch in Rheinland-Pfalz wurden bereits extreme Hitzetage (≥ 35 °C oder höher) verzeichnet, insbesondere während der Hitzewellen der letzten Jahre in Deutschland und Europa:
Deutschlandweit wurden 2023 Temperaturen bis mindestens 38,8 °C festgestellt.
In Rheinland-Pfalz (z. B. Andernach & Bad Neuenahr-Ahrweiler) wurden Maximaltemperaturen von 40,4 °C registriert (bei Hitzewelle Ende Juli 2019).
Diese extremen Hitzeperioden wirken sich auch auf den Landkreis Neuwied aus und erfordern entsprechende Anpassungsstrategien – sowohl zur gesundheitlichen Vorsorge als auch zur städtebaulichen Anpassung (z. B. Kühlung, Begrünung).
3.2 Tiefsttemperaturen (Frost)
Auch Frosttage bzw. Frostperioden gehören zu den klimatischen Extremen. Klimamittel zeigen, dass im Winter oft Minimumtemperaturen unter 0 °C auftreten können (z. B. durchschnittliche Tiefstwerte um –1 °C).
Extreme historische Tiefstwerte in Rheinland-Pfalz liegen weit unter diesem Niveau (bis etwa –27,5 °C).
3.3 Starkregenereignisse
Starkregen ist ein intensiver Niederschlag in kurzer Zeit, der lokale Überflutungen auslösen kann. Der Deutsche Wetterdienst definiert Starkregen wie folgt:
Mehr als 15 l/m² in 1 h bzw. mehr als 20 l/m² in 6 h.
Unwetter bei mehr als 25 l/m² in 1 h und extreme Unwetter bei Drittelstundenmengen über 40 l/m².
In Neuwied hat es in den letzten Jahren mehrere solche Ereignisse gegeben (z. B. im Juni 2018, August 2019/2020, Juni 2021).
Das lokale Starkregenvorsorgekonzept der Stadt greift diese Gefährdungen systematisch auf und beinhaltet ortsspezifische Gefahrenanalysen sowie Vorsorgemaßnahmen.
4. Klimaanpassungskonzept
Ziel dieses Klimaanpassungskonzeptes ist es, die negativen Folgen des Klimawandels systematisch zu bewältigen und die lokale Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Dabei sollen u. a.:
Risiken und Potenziale analysiert werden,
Maßnahmen zur Anpassung priorisiert und
Akteursgruppen eingebunden werden.
Im Rahmen dieses Konzeptes sind bereits Aktivitäten wie Entsiegelungs- und Begrünungskonzepte zur Verbesserung des Stadtklimas sowie Partizipationsprozesse mit Bürgerinnen und Bürgern vorgesehen.
5. Abschließende Nachhaltigkeitsprüfung
5.1 Methodische Grundlage
Diese Nachhaltigkeitsprüfung für das Klimaanpassungskonzept am Standort Stiftstraße 1 berücksichtigt folgende Faktoren:
Risikoanalyse klimatischer Extremereignisse: Identifikation von Risiken durch Hitze, Frost, Starkregen und Trockenperioden.
Vulnerabilität und Exposition: Berücksichtigung der Gebäudenutzung (BBW, soziale Infrastruktur) und vulnerabler Gruppen.
Maßnahmenwirkung: Bewertung der Effizienz geplanter Maßnahmen zur Schadensminderung und Resilienzstärkung.
Ressourceneinsatz und Umweltwirkung: Energie, Wasser, Grünflächen, Bodenversiegelung, Biodiversität.
5.2 Ergebnisse der Prüfung
Hitze & Thermischer Stress: Aufgrund der erkannten Trendentwicklung (häufigere bzw. intensivere Hitzeperioden) ist eine Anpassung der Gebäudekonstruktion (Extensive Dachbegrünung als passive Kühlung) und des Freiraums (Bachläufe, Teiche, Seen und entsprechende Vegetation zum Temperaturausgleich) erforderlich.
Wasser & Starkregen: Ausbau von Rückhalteflächen und Entwässerungssystemen ist notwendig, um lokale Überflutungsrisiken durch Starkregen zu reduzieren.
Biodiversität & Begrünung: Die Integration von Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen (Parkplätze) trägt zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Verringerung urbaner Wärmeinseln bei.
6. Kostenschätzung gem. DIN 276



7. Ressourcen- und Meilensteinplan

8. Schlussbemerkung
Dieses nachhaltige Klimaanpassungskonzept für das Berufsbildungswerk am Standort Stiftstraße 1, Neuwied berücksichtigt nicht nur gegenwärtige klimatische Bedingungen, sondern systematisch auch projizierte Extremereignisse: steigende Hitzeexposition, Frostphasen im Winter sowie zunehmende Starkregenereignisse. Die Kombination aus Risikobewertung, strategischer Planung, Ressourcenallokation und partizipativer Entwicklung bildet die Grundlage, um die Widerstandsfähigkeit des Standorts gegenüber der sich wandelnden Klimakrise nachhaltig zu stärken.
Quellen
Klimaanpassung Stadt Neuwied – Ziel, Management & Maßnahmen.
https://www.neuwied.de/klimaanpassung
Starkregenvorsorge Stadt Neuwied – Definition & Ereignisbeispiele.
https://www.neuwied.de/starkregenvorsorge
Klima-Daten (Temperatur, Niederschlag) Neuwied.
https://en.climate-data.org/europe/germany/rhineland-palatinate/neuwied-22606